Quantum GIS (QGIS) ist ein modernes, lizenzfreies Geoinformationssystem, das raumbezogene Daten nicht nur visualisiert, sondern auch effizient erfasst, bearbeitet und analysiert. Als Open-Source-Software hat sich QGIS in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit rasant wachsendem Funktionsumfang zur konkurrenzfähigen Alternative zu proprietären Systemen wie MapInfo oder ArcMap (entwickelt. Besonders in der öffentlichen Verwaltung setzt sich QGIS zunehmend durch – unterstützt durch eine breite Plugin-Landschaft und zahlreiche spezialisierte Fachanwendungen.
Die ITK Rheinland hat diese Entwicklung frühzeitig erkannt und die Einführung von QGIS aktiv für ihre Verbandsmitglieder vorangetrieben – als strategische Maßnahme zur Digitalisierung, Standardisierung und nachhaltigen Kostenreduktion im Bereich der Geodatenverarbeitung.
Machbarkeitsstudien mit Weitblick
Im Jahr 2023 begleitete die ITK Rheinland zwei richtungsweisende Machbarkeitsuntersuchungen: bei der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Ablösung von MapInfo sowie beim Rhein-Kreis Neuss zur Ablösung von GeoAS/MapInfo. Ziel beider Analysen war die Prüfung von QGIS als zukunftsfähige GIS-Lösung mit deutlichem Einsparpotenzial. Die Ergebnisse waren klar – beide Verwaltungen entschieden sich für die Umsetzung der QGIS-Migration unter zentraler Mitwirkung der ITK Rheinland.
Ein technisches Kernproblem war die fehlende Benutzerverwaltung innerhalb von QGIS. Die Lösung: Die Landeshauptstadt Düsseldorf übernahm – unterstützt von der ITK Rheinland – die bereits existierende Benutzerverwaltung aus „Düsseldorf Maps“ und entwickelte sie gezielt für den QGIS-Einsatz weiter.
Migration mit System – Technische Umsetzung durch die ITK Rheinland
Die ITK Rheinland übernahm im Projekt der Landeshauptstadt Düsseldorf die umfassende technische Betreuung und unterstützte die städtische Projektleitung in Planung, Umsetzung und Infrastruktur. Im Projekt des Rhein-Kreis Neuss verantwortet die ITK Rheinland die Projektleitung und steuert seither sämtliche Migrationsprozesse – von der Softwarebereitstellung bis zur Datenmigration.
In beiden Projekten findet nicht nur der Umstieg auf QGIS als Desktop-GIS statt, sondern auch eine strategische Datenmigration: Alte, dateibasierte Formate werden abgelöst durch eine moderne, leistungsstarke Open-Source-Datenbank auf Basis von PostgreSQL/PostGIS. Die ITK Rheinland sorgt hierbei für den reibungslosen technischen Ablauf und stellt zentrale Komponenten wie Serverinfrastruktur und Benutzerzugänge bereit.
Einheitliches Schulungskonzept aus einer Hand
Die Einführung eines neuen GIS-Systems bedarf gezielter Schulung. Die ITK Rheinland hat hierfür ein zweistufiges Schulungskonzept entwickelt, das auf nachhaltiges Lernen und einfache Zugänglichkeit setzt:
1. Präsenzschulungen zur Grundausbildung in den Kommunen
2. Schulungsvideos, die das erlernte Wissen festigen und spezielle Anwendungsfälle – etwa Fachanwendungen – praxisnah vermitteln
Zur Unterstützung wurde ein QGIS-Webserver eingerichtet, der sowohl die Online-Dokumentation als auch die Schulungsvideos für alle Projektbeteiligten zentral bereitstellt. Dieser befindet sich bereits im produktiven Einsatz.
Fortschritt im RKN – Koordiniert durch die ITK Rheinland
Das Migrationsprojekt im Rhein-Kreis Neuss startete im Januar 2025. Gemeinsam mit den acht kreisangehörigen Kommunen und dem Kreis legte die ITK Rheinland die Umstellungsreihenfolge fest. Gleichzeitig begannen die QGIS-Basisschulungen. Vor jeder Migration führt die ITK Rheinland ein Startgespräch mit der jeweiligen Kommune – zur Abstimmung von Abläufen und Supportumfang. Während der Umsetzung unterstützt die ITK Rheinland die Kommunen technisch und organisatorisch und übernimmt bei Bedarf auch vollständig die Datenmigration.
In Korschenbroich ist die Datenmigration abgeschlossen und die Benutzerverwaltung produktiv, in Meerbusch und Neuss erfolgt die Migration durch die Kommunen mit Unterstützung der ITK Rheinland, in Rommerskirchen wird sie vollständig durch die ITK Rheinland durchgeführt, in Meerbusch ist der produktive Einsatz der migrierten Daten geplant, beim Kreis läuft die Migration an, während sie in Grevenbroich, Dormagen und beim Kreis Neuss aktuell vorbereitet wird – mit einzelnen Verzögerungen, die jedoch keine Auswirkungen auf den Gesamtzeitplan haben.
Projektverlauf in Düsseldorf – Fachanwendungsentwicklung mit ITK-Kompetenz
Seit 2023 entwickelt die ITK Rheinland eine Vielzahl von Fachanwendungen, die zuvor unter MapInfo betrieben wurden, neu für QGIS. Erste dieser Anwendungen befinden sich bereits im produktiven Einsatz bei der Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Datenmigration wird dort durch die jeweiligen Fachämter eigenständig durchgeführt, während die ITK Rheinland die technische Infrastruktur bereitstellt und gezielt unterstützt – etwa bei der Einführung der ALKIS-Eigentümerauskunft unter QGIS. Die Hauptmigrationsphase ist für das Ende des dritten Quartals 2025 vorgesehen.
ITK Rheinland als Navigator der kommunalen GIS-Zukunft
Mit der Einführung von QGIS setzt die ITK Rheinland einen bedeutenden Impuls für die kommunale Digitalisierung: Sie macht moderne GIS-Technologien für alle Mitglieder ihres Verbandsgebietes wirtschaftlich nutzbar, nachhaltig betreibbar und fachlich leistungsfähig. Durch ihr technisches Know-how, ihre Koordinationsrolle und den engen Austausch mit den Kommunen gestaltet die ITK Rheinland die digitale Geodatenzukunft aktiv mit – zuverlässig, effizient und gemeinschaftlich.